Heben Sie das Gold aus den Köpfen Ihrer
Mitarbeiter!
Was ist eigentlich KVP?
Der kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP) ist eine
Managementphilosophie, die den Mitarbeiter als den Spezialisten
seiner eigenen Tätigkeit sieht. Er kennt seine Abläufe und Prozesse
am besten und kann sie deshalb auch am ehesten
verbessern.
Im Mittelpunkt steht also der Mensch und der Gedanke, dass die
Fähigkeiten und das Wissen der Mitarbeiter das wichtigste Kapital
des Unternehmens sind. Es herrscht dabei die Auffassung, dass
Probleme Schätze sind, sie sind also was Positives, denn jedes
gelöste Problem bringt einen messbaren Nutzen für die Organisation.
Und Probleme löst man nicht dadurch, dass man den jeweils
vermeintlich Schuldigen sucht und ihn bestraft, sondern dass man
systematisch und gezielt die Mitarbeiterpotenziale zur
Problemlösefähigkeit weiterentwickelt und dafür einsetzt.
Mit KVP sollen aus allen Arbeitsprozessen einfach nur die
Tätigkeiten, die im Sinne einer Kundenorientierung Verschwendungen
sind, eliminiert und zielgerichtet durch Wertschöpfende Tätigkeiten
ersetzt werden.
In der arbeitsteiligen Wirtschaft haben die wenigsten Mitarbeiter
einen direkten Kundenkontakt und erfahren so direkt was der
jeweilige Kunde will. Fast alle Mitarbeiter sind in einer
innerbetrieblichen Wertschöpfungskette so eingebunden, dass sie von
irgendeinem Mitarbeiter etwas erhalten und dann weiterverarbeiten.
So gesehen sind sie innerbetrieblich der Kunde. Sie liefern dann
firmenintern ihr veredeltes Produkt weiter, sie sind also von den
nachfolgenden Mitarbeitern aus gesehen der Lieferant. Und ein
unzufriedener Kunde wird dann innerbetrieblich auch bei seinem
Lieferanten nachhaltig reklamiert mit dem Effekt, dass insgesamt
die Qualität, die Liefertreue und die Produktionskosten sich
verbessern.
Es geht also nicht darum schneller, sondern intelligenter und
effizienter zu arbeiten, indem man kontinuierlich den Sand aus dem
Getriebe nimmt. Stellen Sie sich dabei einfach vor, Ihr Kunde
schaut Ihnen bei Ihrer Arbeit für Sie unsichtbar über Ihre
Schulter. Was würde er dabei sehen und sich dabei denken? Was würde
er dann bemängeln und was würde er im Zweifelsfall auch, oft zu
Recht, nicht bezahlen wollen? Das lassen Sie also zukünftig einfach
weg!
Eine grundlegende Voraussetzung für diese Vorgehensweise ist dafür
ein Klima der Offenheit und des Vertrauens in ihrem Unternehmen.
Sie wollen und müssen die Mitarbeiter und Führungskräfte dafür
begeistern und qualifizieren, damit sie an ihren eigenen Prozessen
kontinuierlich und systematisch, zielgerichtet und konsequent
täglich Verbesserungen durchführen. In dieser von den
Führungskräften vorgelebten Unternehmenskultur wird, durch alle
Mitarbeiter in allen Ebenen der Firma, in den Abteilungen, in den
Werkstätten und in den Büros täglich gearbeitet an:
- der Festlegung und Verfolgung von Zielen
- der Beseitigung von Störungen
- dem Suchen von Verbesserungsmöglichkeiten
- der Vermeidung von Verschwendung
Ab welcher Firmengröße ist ein KVPEinsatz sinnvoll?
Am häufigsten wird er in der Wirtschaft, und zwar in der Produktion, bei Dienstleistungen und in der Verwaltung ab Gruppengröße eingesetzt; auch in modernen Großbetrieben vieler Branchen ist KVP fest integriert. Dort heißt es dann vielleicht LEAN PRODUKTION, KAIZEN oder PRODUKTIONS- SYSTEM, aber immer sind die wesentlichen KVP-Elemente dabei mit integriert. Um ein Missverständnis von vornherein gleich auszuschließen: KVP einführen heißt dabei nicht die Einführung von Gruppenarbeit in allen Arbeitsprozessen, sondern die Probleme der Gruppen werden überwiegend in Gruppenarbeit, d.h. mit dem Willen und der Kompetenz a l l e r davon betroffenen Mitarbeiter nachhaltig gelöst.
Wie kann man KVP lernen?
Am Anfang steht eine bewusste Managemententscheidung. Diese wird dann von den obersten Führungskräften nachhaltig über mehrere Jahre unterstützt, durchgehalten und getragen. Als zweiten Schritt muss man die Führungskräfte qualifizieren, die dann idealerweise im 3. Schritt ihre Mitarbeiter speziell motivieren und diese wieder zur Verbesserung ihrer Arbeitssituation qualifizieren und konsequent führen. Am besten beginnt man dabei in einer Pilotgruppe oder einem Pilotbereich, wo für alle sehr schnell und offensichtlich sichtbare Erfolge zu Tage treten können. Jetzt ist "ein KVP-Prozess gezündet worden", anschließend muss er nur noch richtig kanalisiert, weiterentwickelt und am Leben erhalten werden. Denn ein Erfolg erzeugt weiteren Erfolg. Entscheidend ist dabei die Art und Weise wie sich alle einzelnen Mitarbeiter in diesen Prozess mit eingebunden fühlen.Bei einer KVP-Einführung braucht man anfangs eine externe Unterstützung, die dann aber schrittweise, immer mehr durch die eigenen Mitarbeiter getragen wird, aber über die ganze Zeit immer gepowert durch die oberste Führung der Firma.
Peter Michael Kurz
