Sind Sie fit für ein Rating?
Die neue Eigenkapitalvereinbarung der Banken, auch Basel II
genannt, sieht ein Rating als zwingende Voraussetzung für die
Vergabe von Krediten an Unternehmen vor.
Denn: "Eine Bank ist eine Einrichtung von der Sie sich Geld leihen
können - vorausgesetzt Sie können nachweisen, dass Sie es nicht
brauchen"
(Mark Twain, 1835)
Banken werden zukünftig ihre Kreditkonditionen danach
differenzieren, welches Ergebnis der potenzielle Kreditnehmer beim
Rating erhält. Je besser das Rating, desto attraktiver werden die
Kreditkonditionen.
Die Beurteilung kann mit Hilfe unterschiedlicher Systeme und
Kriterien erfolgen, die aber für Laien von Bank zu Bank nicht
direkt vergleichbar sind. Dabei spielt die Prognosegenauigkeit
hinsichtlich der Ausfallwahrscheinlichkeit von
Zahlungsverpflichtungen eine Rolle.
Je besser ein Rating abschneidet, desto attraktiver werden die
Kreditkonditionen für den Kunden, oder anders ausgedrückt: Die
Rating-Note entscheidet zuerst, ob man überhaupt einen Kredit
bekommt und wenn ja, wie teuer er dann ist.
Aber jedes Firmen-Rating besteht aus zwei Teilen, einem
quantitativen Teil, den Bilanz-Kennzahlen und einem qualitativen
Teil, der durch eine Beurteilung entsteht. Und beide zusammen
ergeben letztendlich die Gesamt-Rating-Note des Unternehmens.
Die quantitativen Bilanzdaten beziehen sich dabei immer auf die
Vergangenheit, die Bank führt intern eine Risikobeurteilung der
Kreditsicherheiten und der Struktur des bereits vergebenen
Kreditportfolios durch. Sie stützt sich dabei auf die Auswertung
von Jahresabschlüssen und die darauf basierende Berechnung von
Kennzahlen.
Bei qualitativen Beurteilungen werden auch die Gegenwart und die
Zukunftschancen mit einbezogen. Diese werden von Fachleuten nach
folgenden Kriterien in ihrer Ausprägung im Vergleich zu einem
denkbaren Optimum in derselben Branche beurteilt:
- Produkt und Branche
- Marktdynamik
- Strategie
- Unternehmensführung
- Personalpolitik
- Organisation und Prozesse
- Forschung und Entwicklung
- Einkauf, Lager, Produktion, Marktbeobachtung
- Informationspolitik und Risikostreuung
- Kontodaten / Finanzpolitik
| S&P’s Kategorien | Klassenbeschreibung | Risiko- gewichtung | Eigenkapital- unterlegung bei Kredit von 100 € |
|---|---|---|---|
| AAA |
Sehr gut: Höchste Bonität, nahezu kein Ausfallrisiko |
20 % | 1,6 € |
|
AA+ AA AA- |
Sehr gut bis gut: hohe Zahlungswahrscheinlichkeit, geringes Ausfallrisiko |
||
|
A+ |
Gut bis befriedigend: |
100 % | 8,0 € |
|
BBB+ |
Befriedigend: angemessene Deckung von Zins und Tilgung; spekulative Elemente oder mangelnder Schutz gegen Veränderungen des wirtschaftlichen Umfelds vorhanden |
||
|
BB+ BB BB- |
Ausreichend: mäßige Deckung von Zins und Tilgung (auch in einem guten wirtschaftlichen Umfeld) |
||
|
B+ |
Mangelhaft: |
150 % | 12,0 € |
|
CCC |
Ungenügend: niedrigste Qualität “lebender” Engagements, geringster Anlegerschutz, akute Gefahr des Zahlungsverzugs. |
||
|
SD D |
Zahlungsunfähig: in Zahlungsverzug |
Beide Rating-Noten zusammengefasst ergeben die Gesamt-Rating-Note. Es gibt die Berufsbezeichnung des Ratingadvisors, der, in enger Zusammenarbeit mit dem Steuerberater, das jeweilige Unternehmen fit für das Rating macht.
Getreu nach dem Motto: Ein und dieselbe Person kann nicht, ohne in Interessenkonflikte zu geraten, ein Unternehmen objektiv beurteilen und gleichzeitig optimal beraten. Aber diese Person kann das jeweilige Unternehmen systematisch anleiten und beraten, sich neben den Bilanz- Kennzahlen optimale qualitative Rating- Noten zu erarbeiten. Das begehrte Testat vergibt dann die Bank oder eine externe Ratingagentur.
Ein Ratingadvisor kann für Sie auch Trainer sein und in einem 1-tägigen Planspiel ein komplettes Firmen-Rating modellhaft durchführen und so Ihre Firmenmannschaft optimal auf das Rating-Thema einstimmen.
Peter Michael Kurz
