Akzeptanz der Nachfolge kann sich im Umgang mit Papieren ausdrücken.
Übergeben Sie ein fast leeres Büro.


1. Vor dem Ausstieg aus dem Unternehmen:

Erleichtern Sie sich den Ausstieg aus Ihrem Unternehmen, indem Sie sich rechtzeitig Stück für Stück von ihm trennen.

Das ‚Ausmisten' sollte Sie in der letzten Phase Ihrer Betriebszugehörigkeit begleitet haben. Eine Trennung der Betriebsunterlagen in: ‚Welche muss ich an meine(n) Nachfolger weiter geben' und ‚Was kann weg' erfordert ein hohes Maß an "Selbstsicht". Nicht alles, was für mich selbst Bedeutung hat, hat für einen Anderen Wert. Und Ihr Nachfolger wird es zu schätzen wissen, wenn Sie ihm geordnete (Papier- )Verhältnisse übergeben. Keine Frage gibt es bei den "harten" Papierfakten: Zum Beispiel muss der Ordner mit den Versicherungsunterlagen vollständig sein. Aber: gekündigte Verträge, aus denen keine Ansprüche mehr hergeleitet werden können, sollten Sie entfernen. Der Werdegang eines abgeschlossenen Projekts hat in aller Regel für die Nachfolger keine Bedeutung. Reduzieren Sie diese Akten auf die Kernsubstanz. Das gilt insbesondere für Ihre handschriftlichen Unterlagen. Niemand wird sich die Mühe machen, diese zu lesen. Werfen Sie sie selbst weg! Oder schreiben Sie eine Aktennotiz, die Ihrem Nachfolger erhalten bleibt.

Zeitungs-, Katalog -und Prospektmaterial, das Sie immer einmal lesen wollten, wird von Ihrem Nachfolger ganz sicher nicht mehr gelesen. Wenn Sie damit aber ein Nachschlagearchiv angelegt haben, wird das mit Handkuss übernommen. Fragen Sie sich zur Literatur, die sich angesammelt hat: Was davon ist so aktuell, dass auch mein Nachfolger reinschauen wird? Je umfangreicher Sie ausmisten, desto mehr wird man es Ihnen danken.

2. Bevor Sie aufs Rentnerbänkchen übersiedeln:

Sie haben Ihren Betrieb übergeben? Und jetzt stehen bei Ihnen Umzugkartons mit alten Unterlagen im Wohnzimmer, in der Diele oder auf dem Speicher? Sie konnten sich einfach nicht von ihnen trennen?

Schauen Sie diese Papiere noch mal in aller Ruhe an und überlegen Sie: Warum will ich das oder jenes aufbewahren? Bewahren Sie auf jeden Fall nur die Dinge auf, die Sie mit positiven Erinnerungen verbinden. Warum sollten Sie Dingen weiterhin Platz in Ihrem Leben einräumen, die Sie früher geärgert haben?

Wenn Sie z.B. etwas über Ihr Leben schreiben wollen: Welche Papiere sind dafür relevant? Der Grundstückkauf? Der erste Architektenplan des neuen Gebäudes? Ein angemeldetes Patent? Nehmen Sie sich einen Ordner und heften Sie die Unterlagen chronologisch ab. (Schmale Ordner werden nicht so schwer, sie eignen sich deshalb besser.)

Gleichgültig, was Sie planen: reduzieren Sie die Unterlagen auf ein Minimum. Genießen Sie, dass Sie "das Alles" hinter sich gelassen haben. So haben Sie mehr Platz für neue Pläne.


Swaantje Cramer